Was ist GAEB?
GAEB (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) definiert standardisierte Austauschformate für digitale Leistungsverzeichnisse und Angebotsdaten im deutschsprachigen Bauwesen. Der Standard strukturiert Leistungspositionen, Mengen, Einheitspreise und Ordnungszahlen so, dass sie softwareübergreifend eindeutig interpretiert werden können.
GAEB bildet damit die technische Grundlage für:
- Erstellung und Export von Leistungsverzeichnissen
- strukturierten Import von Bieterangeboten
- positionsgenaue Angebotsauswertung
- Weitergabe von Vergabe- und Abrechnungsdaten
Die einheitliche Datenstruktur stellt sicher, dass Ordnungszahlen, Textinhalte, Mengenansätze und Preise eindeutig zugeordnet bleiben. Dadurch entsteht eine konsistente Informationsbasis zwischen Auftraggebern, Planern und ausführenden Unternehmen.
Im Vergabeprozess ermöglicht GAEB eine präzise Übernahme von Angebotsdaten. Preise werden positionsbezogen eingelesen und lassen sich systematisch vergleichen. Unterschiede zwischen Bieterangeboten werden transparent sichtbar, ohne manuelle Übertragungen oder Medienwechsel.
GAEB-Schnittstellen unterstützen somit eine digitale Vergabe, bei der Datenqualität, Vergleichbarkeit und Dokumentation im Mittelpunkt stehen.
Strukturierte Angebotsauswertung
Ein zentraler Vorteil der GAEB-Schnittstellen liegt in der strukturierten Angebotsauswertung. Angebotsdaten werden positionsgenau eingelesen und systematisch gegenübergestellt. Bieterpreise lassen sich vergleichen, Abweichungen analysieren und Vergabeentscheidungen nachvollziehbar dokumentieren.
Die strukturierte Angebotsauswertung unterstützt:
- transparente Vergleichbarkeit von Angeboten
- systematische Auswertung von Einheitspreisen
- nachvollziehbare Dokumentation im Vergabeprozess
- konsistente Weiterverarbeitung von Angebotsdaten
GAEB bildet damit die Grundlage für digitale Angebotsprozesse mit klarer Datenlogik.
→ Weiterführend Baukalkulation
Weitere Normformate im Datenaustausch
Neben GAEB spielen weitere Standards eine wichtige Rolle im digitalen Bauwesen:
- ÖNORM im österreichischen Markt
- Schweizer Normen (BKP) für Projekte in der Schweiz
- IFC für modellbasierte Daten
ÖNORM und Schweizer Normen (BKP) sichern die länderspezifische Konformität von Ausschreibungs- und Vergabeprozessen. IFC ermöglicht die Übertragung modellbasierter Informationen aus CAD-Systemen in AVA-Umgebungen.
Im Bereich der Wasser- und Abwasserwirtschaft spielen zudem spezifische Kostenstrukturen eine Rolle. KIAVA unterstützt projektbezogene Kontenrahmen nach DWA-M 803 und ermöglicht damit eine systematische Gliederung von Kosten in der Abwassertechnik. Die Integration dieser branchenspezifischen Struktur schafft Transparenz in Infrastrukturprojekten und erweitert die klassische Normsystematik um fachspezifische Anforderungen.
→ Weiterführend DWA-M 803 – Kostenstruktur Abwassertechnik
In KIAVA wird die optimale Verarbeitung von IFC-Dateien durch die Verzahnung von CAD mit der AVA-Software gewährleistet. Modellinformationen werden strukturiert übernommen, positionsbezogen eingebunden und innerhalb der Projektumgebung durchgängig fortgeführt. Diese bewusste Systemintegration schafft eine direkte Verbindung zwischen Planung, Mengenermittlung und Ausschreibung und stellt eine technologische Besonderheit von SIDOUN dar.
→ Weiterführend AVA-Software
AVA-Schnittstellen im Projektkontext
AVA-Schnittstellen verbinden technische Beschreibung, Angebotsbewertung und projektbezogene Weiterverarbeitung zu einer durchgängigen Informationslogik. Sie sorgen für eine einheitliche Weiterführung von Daten innerhalb einer integrierten Projektumgebung.
Ein normkonformer Datenaustausch stellt sicher, dass:
- GAEB-Dateien standardgerecht verarbeitet werden
- Angebotspositionen eindeutig referenziert bleiben
- strukturierte Angebotsauswertungen positionsgenau erfolgen
- Excel-Export für weiterführende Analysen genutzt werden kann
- IFC-basierte Mengendaten in Leistungsverzeichnisse einfließen
Ein weiterer zentraler Bereich im Datenaustausch betrifft Aufmaß- und Mengendaten. KIAVA unterstützt den Export und Import im REB-Format (DA11) direkt aus Globe und ermöglicht damit einen durchgängigen Mengendaten-Flow zwischen Aufmaß, Kalkulation und Abrechnung. Auch geschützte Excel-Formate sowie MSK-Strukturen können verarbeitet werden. Dadurch entsteht eine konsistente Verbindung zwischen Mengenermittlung und wirtschaftlicher Bewertung über alle Projektphasen hinweg.
Im Projektalltag zeigt sich der Nutzen besonders bei umfangreichen Ausschreibungen mit vielen Leistungspositionen. AVA-Schnittstellen ermöglichen es, große Datenmengen strukturiert zu verarbeiten und systematisch auszuwerten. Bieterangebote werden automatisiert zugeordnet, Preisabweichungen nachvollziehbar dargestellt und Entscheidungsgrundlagen transparent aufbereitet.
Durch die strukturierte Angebotsauswertung entsteht eine klare Vergleichsbasis. Einheitspreise, Gesamtpreise und Mengenbezüge lassen sich systematisch gegenüberstellen. Das erhöht die Qualität von Vergabeentscheidungen und unterstützt eine nachvollziehbare Dokumentation gegenüber internen und externen Prüfstellen.
Auch projektübergreifend schaffen AVA-Schnittstellen Stabilität. Wiederkehrende Leistungsstrukturen bleiben identifizierbar, Datenformate bleiben einheitlich und Informationsverluste werden vermieden. Dadurch entsteht eine digitale Projektumgebung, in der Datenaustausch aktiv zur Qualität der Projektsteuerung beiträgt.
Excel-Export erweitert diese Schnittstellenlogik um flexible Auswertungsmöglichkeiten. Angebots- und Vergabedaten lassen sich für Controlling, Wirtschaftlichkeitsanalysen oder projektspezifische Berichte weiterverarbeiten, während die zentrale Datenbasis konsistent geführt bleibt.
AVA-Schnittstellen schaffen damit eine belastbare Grundlage für transparente Vergabeprozesse, klare Datenführung und langfristig nachvollziehbare Projektverläufe.
Schnittstellen in KIAVA
KIAVA ist die erste AVA-Software mit integrierter KI.
In KIAVA sind GAEB-Schnittstellen, ÖNORM und Schweizer Normen (BKP) systemisch integriert und vollständig in die Projektlogik eingebunden. Leistungsverzeichnisse lassen sich normkonform exportieren, Angebote strukturiert einlesen und systematisch auswerten. Der Datenaustausch erfolgt innerhalb einer stabilen Projektlogik. Für IFC-Dateien wurde eine gezielte, bidirektionale Verzahnung mit der AVA-Logik entwickelt. Modellinformationen werden strukturiert übernommen, positionsbezogen zugeordnet und innerhalb der Projektstruktur konsistent weitergeführt. Diese bewusste Systemarchitektur unterscheidet sich deutlich von reinen Dateiimporten und stellt eine technologische Besonderheit von SIDOUN dar. Ergänzend ermöglicht KIAVA den Excel-Export und -Import inklusive Formeln. Kalkulationslogiken, Zuschläge und projektbezogene Berechnungen bleiben dadurch erhalten und können außerhalb der AVA-Umgebung weiterverarbeitet werden, während die zentrale Datenbasis einheitlich geführt wird.
Die integrierte KI unterstützt bei normbezogenen Fragestellungen, bei der Einordnung von Austauschformaten und bei der Analyse umfangreicher Angebotsdaten. Dadurch entsteht eine AVA-Umgebung, in der Schnittstellen aktiv zur Qualität der Projektsteuerung beitragen.