IFC Datei: Aufbau, Formate und Öffnen im Bauprozess
Endungen, Software-Kompatibilität und Alternativen im Open-BIM-Workflow
Eine IFC Datei bildet das zentrale Transportmedium für den herstellerneutralen Austausch von Bauwerksdaten im Open-BIM-Standard. Entwickelt von der Organisation buildingSMART, dient sie dazu, den aktuellen Arbeitsstand eines Bauprojekts digital „einzufrieren“ und diesen als schreibgeschützten Schnappschuss an andere Projektbeteiligte zu übermitteln.
Gewerke wie Architektur, Tragwerksplanung oder Technische Gebäudeausrüstung nutzen dieses Datenformat, um dreidimensionale Bauwerksmodelle inklusive alphanumerischer Bauteileigenschaften zu übermitteln. Doch wie ist eine solche Datei aufgebaut, welche spezifischen Dateiendungen existieren und wie lässt sie sich in der Praxis fehlerfrei verarbeiten?
Inhaltsverzeichnis:
Endungen, Software-Kompatibilität und Alternativen im Open-BIM-Workflow
Was zeichnet das Dateiformat aus? Ein Praxisbeispiel
Welche Dateiendungen und Formate gibt es?
Wie lässt sich das Datenformat im System öffnen?
Typische Hürden und Versionskonflikte in der Praxis
Flexibler Datenaustausch ohne Starrheit mit SIDOUN G-BIM
FAQs zum Thema Datenübertragung
Was zeichnet das Dateiformat aus? Ein Praxisbeispiel
Eine IFC Datei kommuniziert sowohl geometrische Parameter (wie Wandstärken oder Fensteröffnungen) als auch Sachdaten (wie Materialqualitäten oder U-Werte) zwischen unterschiedlichen BIM-Anwendungen. Da sie als statische Kopie angelegt wird, verhindert sie ungewollte Überschreibungen im Quellmodell des Erstellers.
Ein typischer Ablauf gestaltet sich wie folgt: Ein Architekt erstellt den Entwurf eines Bürogebäudes. Er exportiert den fertigen Stand und übergibt das Modell an den Tragwerksplaner. Dieser liest die Geometrie in seine Statiksoftware ein, um Berechnungen durchzuführen. Möchte der Statiker Anpassungen am Wandaufbau vornehmen, fordert er diese beim Architekten an. Der Architekt passt das Modell an und generiert eine aktualisierte IFC Datei.
Welche Dateiendungen und Formate gibt es?
Das Austauschformat existiert in verschiedenen technischen Ausprägungen, die sich hinsichtlich Datenstruktur und Dateigröße unterscheiden:
- .ifc:
Das Standardformat nach STEP-ISO 10303-21. Es ist textbasiert, leicht lesbar für Softwareparser und wird am häufigsten genutzt. - .ifcXML:
Eine XML-basierte Struktur, die sich besonders für die Einbindung in Webdienste und automatisierte Datenverarbeitungen eignet, jedoch oft größere Datenmengen erzeugt. - .ifcZIP:
Eine komprimierte Variante der Standarddatei. Sie reduziert die Dateigröße erheblich und vereinfacht den Versand komplexer Großprojekte per E-Mail oder Cloud-Transfer.
Wie lässt sich das Datenformat im System öffnen?
Um ein Exportmodell einzusehen oder weiterzuverarbeiten, stehen verschiedene Wege zur Verfügung:
- CAD- und BIM-Software:
In den meisten CAD-Systemen erfolgt der Import über den Befehl Datei öffnen oder IFC Referenzieren. - Kostenfreie BIM-Viewer:
Spezielle Betrachtungsprogramme ermöglichen es Bauherren oder Prüfingenieuren, das 3D-Modell ohne teure Softwarelizenz zu inspizieren, zu messen und Kollisionen zu prüfen. - AVA-Software:
Moderne Ausschreibungsprogramme nutzen Importfilter, um verknüpfte Geometriedaten für die Kostenberechnung nach DIN 276 auszulesen.
Typische Hürden und Versionskonflikte in der Praxis
Trotz des Standards zeigt der Dateiaustausch in der Realität häufig Schwächen. Ein Hauptgrund liegt in den unterschiedlichen Versionsständen der Schnittstellen. Während ältere Systeme noch auf IFC 2×3 setzen, nutzt der moderne Standard bereits IFC 4 oder IFC 4.3 für Infrastrukturbauten.
Nicht jede CAD-Software beherrscht alle Schema-Versionen gleichermaßen gut. Dies führt bei Im- und Exporten immer wieder zu Informationsverlusten, verzerrten Bauteilgeometrien oder fehlenden Leistungsattributen. Zudem bleibt der Dateiexport eine starr abgegrenzte Momentaufnahme, die bei schnellen Entwurfsänderungen zu zeitintensiven Re-Importschleifen führt.
Flexibler Datenaustausch ohne Starrheit mit SIDOUN G-BIM
Die SIDOUN AVA-Software unterstützt den Import gängiger Datentypen problemlos, bietet für durchgängige Prozesse jedoch einen deutlich effizienteren Weg. Das innovative SIDOUN G-BIM Modul ersetzt starre Schnittstellendateien durch eine direkte, bidirektionale Kopplung zwischen CAD und AVA.
Anstatt bei jeder Planungsänderung eine neue IFC Datei zu erzeugen, spiegelt SIDOUN G-BIM Modelldaten dynamisch in Echtzeit. Auswertungen für Mengen und Kostenberechnungen bleiben stets auf dem aktuellen Stand, während Planer maximale Flexibilität bei der individuellen Anpassung ihrer Leistungsverzeichnisse behalten.
FAQs zum Thema Datenübertragung
Mit welchem Programm kann ich eine ISO-Exportdatei öffnen?
Sie können entsprechende Dateitypen mit nahezu jedem gängigen CAD-System oder spezialisierten, oft kostenfreien BIM-Viewern öffnen.
Kann eine exportierte Datei nachträglich verändert werden?
In der Regel nicht. Die exportierten Daten dienen als schreibgeschützter Stand. Änderungen müssen im Ursprungsmodell der CAD-Software vorgenommen und neu exportiert werden.
Welche Dateiendung ist die beste für den Versand?
Für den normalen Softwareaustausch ist die Endung .ifc der Standard. Bei sehr umfangreichen Modellen empfiehlt sich das datenreduzierte .ifcZIP-Format.


