Was ist BIM und welche Vorteile bietet es?

 

Grundlagen, Funktionsweise und Potenziale der digitalen Bauwerksmodellierung (BIM Methode)

 

Die BIM Methode steht für Building Information Modeling, auf Deutsch Bauwerksinformationsmodellierung. Es handelt sich dabei nicht um eine reine Softwareanwendung, sondern um eine ganzheitliche, digitale Arbeitsmethode für das moderne Bauwesen. Gebäude und Infrastrukturprojekte werden dabei nicht mehr in isolierten 2D-Zeichnungen, sondern als objektbasierte, virtuelle 3D-Modelle in einer datenbankgestützten Umgebung abgebildet.

Ergänzt wird die dreidimensionale Geometrie um vielfältige fachspezifische Informationsebenen (wie Baustoffe, Termine, Kosten oder Wartungszyklen). Laut der internationalen Normungsreihe DIN EN ISO 19650 bildet die BIM Methode eine verlässliche und kollaborative Entscheidungsgrundlage über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg – von der ersten Idee bis zum Rückbau.

Inhaltsverzeichnis:
Grundlagen, Funktionsweise und Potenziale der digitalen Bauwerksmodellierung
Was ist Building Information Modeling im Detail?
Wann und wo kommt die BIM Methode zum Einsatz?
Wie funktioniert eine moderne BIM-Software?
Das Auswertungspotenzial: Von BIM-Objekten zu LV und Kostenplanung
Nahtlose Verzahnung von CAD und AVA mit SIDOUN G-BIM
Welche konkreten Vorteile bietet die BIM Methode?
FAQs zum Thema BIM Methode

Was ist Building Information Modeling im Detail?

Das Building Information Modeling bezeichnet einen kooperativen Ansatz für Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken. Im Zentrum steht das sogenannte digitale Bauwerksmodell (auch digitaler Zwilling genannt).

Anstatt Linien und Schraffuren zu zeichnen, arbeiten Architekten und Ingenieure bei der BIM Methode mit intelligenter Fachgeometrie:

  • Geometrische Daten:
    Exakte 3D-Abmessungen, Positionen und Raumstrukturen.
  • Topologische Daten:
    Lagebeziehungen der Bauteile zueinander (z. B. Zuordnung einer Fensteröffnung zur tragenden Außenwand und zum jeweiligen Geschoss).
  • Alphanumerische Daten:
    Baustoffqualitäten, U-Werte, Schallschutzklassen, Kostenansätze und Gewährleistungsdaten.

Dadurch entsteht eine zentrale Informationsquelle (Single Source of Truth), auf die alle Fachplaner, Tragwerksplaner, TGA-Spezialisten und Bauherren in Echtzeit zugreifen können.

Wann und wo kommt die BIM Methode zum Einsatz?

Die BIM Methode entfaltet ihren Nutzen in sämtlichen Phasen des Bauablaufs. Besonders bei komplexen Hochbauten, Infrastrukturprojekten sowie im öffentlichen Bereich ist der Einsatz digitaler Gebäudemodelle inzwischen essenzieller Bestandteil der Vergabe.
Planungsphase: Ermöglicht die vorausschauende Modellierung, digitale Kollisionsprüfungen verschiedener Gewerke sowie präzise Variantenvergleiche.

  • Ausschreibung & Vergabe:
    Dient als Grundlage für die automatisierte Mengenermittlung, Kostenberechnung nach DIN 276 und Erstellung strukturierter Leistungsverzeichnisse.
  • Bauausführung:
    Steuert die Logistik auf der Baustelle, simuliert Bauablaufzeiten (4D-BIM) und überwacht die budgetäre Entwicklung (5D-BIM).
  • Betrieb & Facility Management:
    Liefert dem Gebäudebetreiber ein vollständiges digitales Raumbuch inklusive aller verbauten Komponenten und Wartungsintervalle (6D/7D-BIM).


Wie funktioniert eine moderne BIM-Software?

Eine spezialisierte BIM-Software dient als Werkzeug zur Erstellung, Zusammenführung und Auswertung digitaler Bauwerksmodelle. Damit Baufirmen, Planungsbüros und AVA-Spezialisten reibungslos zusammenarbeiten können, baut der Informationsfluss auf definierten Standards auf.

Hierbei spielen standardisierte BIM-Objekte (wie digitale Wände, Türen, Fenster oder Haustechnikkomponenten) eine Schlüsselrolle. Diese Bauteile tragen sowohl geometrische Abmessungen als auch Material- und Ausstattungsattribute in sich. Werden Bauwerkselemente im Modell verändert, passen sich abhängige Kennzahlen wie Räume, Flächen oder Volumina automatisch an. Für den herstellerneutralen Datenaustausch zwischen verschiedenen Softwaresystemen wird vorrangig das offene Format IFC (Industry Foundation Classes) genutzt.

 

Das Auswertungspotenzial: Von BIM-Objekten zu LV und Kostenplanung

Ein digitaler Zwilling entfaltet seinen vollen wirtschaftlichen Wert erst dann, wenn die Modellinformationen für kaufmännische Prozesse genutzt werden. Werden BIM-Objekte strukturiert im Modell abgelegt, lassen sich daraus automatisierte Auswertungen ableiten.

Aus den mathematisch definierten Bauteilen generiert die verarbeitende Software prüfbare Mengenermittlungen nach VOB. Diese Geometrie- und Attributdaten bilden wiederum die direkte Basis für regelbasierte Kostenberechnungen nach DIN 276 sowie für die automatische Generierung von Leistungsverzeichnissen (LVs). Das manuelle Abgreifen von Maßen aus gedruckten Plänen entfällt vollständig.

 

Nahtlose Verzahnung von CAD und AVA mit SIDOUN G-BIM

In der Praxis standen CAD-Planung und AVA-Software lange Zeit als getrennte Welten nebeneinander. Mit dem innovativen SIDOUN G-BIM Modul wird diese Trennung aufgehoben: Die Lösung stellt eine hochflexible, bidirektionale Schnittstelle zwischen CAD-Systemen und der SIDOUN AVA-Software bereit.

Mithilfe von SIDOUN G-BIM lassen sich Modelldaten nicht nur einlesen, sondern dynamisch spiegeln und synchronisieren:

  • Schneller Kostenanschlag:
    Unmittelbare Übernahme von Modellmengen in die Kostenplanung nach DIN 276.
  • Transparente Mengenermittlung:
    Prüfbare, VOB-konforme Berechnungen auf Basis realer Bauteilgeometrien.
  • Bidirektionale Kopplung:
    Änderungen im CAD-Modell werden direkt im AVA-System aktualisiert – und umgekehrt.
  • Frei definierbare Formeln:
    Individuell anpassbare Berechnungsansätze für maximale Flexibilität bei der Bemusterung.
  • Volle Projektkontrolle:
    Durchgängige Steuerung aller Gebäudequalitäten und Budgets von der ersten Skizze bis zur Schlussrechnung.

Welche konkreten Vorteile bietet die BIM Methode?

Der Umstieg auf die BIM Methode belohnt Planungsbüros, Bauämter und Bauunternehmen mit einer deutlichen Steigerung der Projektqualität und Prozesssicherheit.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Frühzeitige Fehlererkennung:
    Kollisionsprüfungen verhindern teure Planungsfehler noch bevor der erste Spatenstich auf der Baustelle erfolgt.
  • Hohe Kostensicherheit:
    Budgetabweichungen werden durch die direkte Anbindung an die Kostenberechnung in Echtzeit sichtbar.
  • Massive Zeitersparnis:
    Automatisierte Mengen- und LV-Erstellungen verkürzen Routinetätigkeiten um ein Vielfaches.
  • Transparente Kommunikation:
    Das visuelle 3D-Modell vereinfacht die Abstimmung zwischen Bauherren, Behörden und Ausführenden.
  • Zukunftssicherheit:
    Durchgängig strukturierte Daten erleichtern das spätere Gebäudemanagement über Jahrzehnte hinweg.

FAQs zum Thema BIM Methode

Was genau unterscheidet BIM von klassischem CAD?

Klassisches CAD erzeugt vorrangig zeichnerische 2D-Pläne oder reine Geometrien. Die BIM Methode hingegen verknüpft das 3D-Modell mit einer Datenbank, sodass jedes Bauteil spezifische Attribute wie Material, Kosten, Feuerwiderstand oder Wartungsinformationen enthält.

Was versteht man unter Open BIM?

Open BIM bezeichnet einen herstellerneutralen Ansatz zur Bauwerksmodellierung. Hierbei werden Daten über offene Standards wie IFC und BCF ausgetauscht, sodass Projektbeteiligte unabhängig von ihren jeweiligen Softwaremarken zusammenarbeiten können.

Wie unterstützt die SIDOUN AVA-Software die BIM Methode?

Die SIDOUN AVA-Software verfügt über das Modul SIDOUN G-BIM. Dieses ermöglicht die bidirektionale Datenkopplung zwischen CAD-Modellen und der AVA-Software für eine automatisierte Mengenermittlung, LV-Erstellung und Kostensteuerung.