Wissenswertes über die DIN 276

DIN 276 IM BAUPROZESS


Die DIN 276 ist die DIN-Norm, die im Bauwesen, zur Ermittlung der Projektkosten sowie zur Ermittlung des Honorars für Architekten und Ingenieure Verwendung findet.
Die bisherige allgemein bekannte DIN 276-1 und DIN 276-4 werden zu einer Norm zusammengefasst. Es verbleibt eine neue Norm, die sich aktuell noch in der Entwurfsphase befindet, die DIN 276:2017-07. Diese neue DIN soll zur Ermittlung und Dokumentation von Kosten bei Hochbauten, Freianlagen sowie Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen dienen.

Die Stufen der Kostenermittlung sind im Wesentlichen in der DIN 276, in fünf Stufen der Kostenermittlung und Kostengliederung, festgelegt.

Konzepte

Kostenrahmen – 1. Stufe DIN 276

Die erste Stufe ist als Konzeptphase (Vorplanung) zu bezeichnen. Sie besteht aus dem endgültigen Konzept und ersten Schätzungen des technischen Anlagen Umfangs. Gegebenenfalls enthält diese Phase auch erste Kosten- und Terminschätzungen für das Investitionsprojekt.

Kostenschätzung DIN 276 Grob-LV

Unter bestimmten Umständen (zum Beispiel für die Modernisierung) gibt die DIN 276-1:2008-12 eine Ausführungs oder Gewerke orientierte Gliederung der Kostenermittlung vor.
Bestandteile der Kostenschätzung in dieser Phase sind die Ausarbeitung des technisch und wirtschaftlich besten Konzeptes und die Ermittlung aller zu erwartenden Kosten und Einnahmen (Entwurfsplanung oder Basic Engineering).

Kostenberechnung DIN 276

Die Kostenberechnung nach DIN 276 bezieht sich auf die Genehmigungsplanung. Es geht hierbei um die Beschaffung der notwendigen Genehmigungen bei den zuständigen Behörden. Der Kostenanschlag ist zweistufig zu betrachten. Er ist zum einen „Grundlage für Entscheidungen bezüglich der Ausführungsplanung“. Der Kostenanschlag muss in der Leistungsphase 4 nach § 15 HOAI „Genehmigungsplanung“ erstellt werden.
Auf der anderen Seite dient der Kostenanschlag zur „Vorbereitung der Vergabe“ und ist damit in der Leistungsphase 7 nach § 15 HOAI „Mitwirkung bei der Vergabe“ zu erstellen.
Hierbei ist jedoch zu beachten, dass im Leistungsbild der HOAI in der Leistungsphase 4 der Kostenanschlag nicht genannt ist. Er wird erst in der Leistungsphase 7 benannt.

Der Kostenanschlag basiert auf den Planungsunterlagen. Dies sind beispielsweise die endgültigen und vollständigen Ausführungspläne, sowie Detail- und Konstruktionszeichnungen. Mit in den Kostenanschlag einzubeziehen sind z.B. Berechnungen zum Standsicherheitsnachweis oder Wärmeschutz aber auch Leistungsbeschreibungen.

In dieser Phase geht es um die detaillierte Auslegung und genaue Beschreibung aller notwendigen Komponenten und Maßnahmen für die Realisierung des Projektes (Ausführungsplanung oder Detail Engineering).

Kostenanschlag DIN 276

Auch beim Kostenanschlag und der Kostenfeststellung ist eine Gliederung nach Vergabeeinheiten zusätzlich zur Gliederung nach Kostengruppen vorzunehmen. In dieser Gliederung ist unter anderem die Anfrage der beschriebenen (spezifizierten) Komponenten und Leistungen dargelegt, z.B. Angebotsvergleich, Bestellung, Preisspiegel und Varianten zum Bau der Anlage

Kostenfeststellung DIN 176

Diese DIN-Norm bezieht sich auf die Inbetriebnahme der Anlage

Kostenfeststellung DIN 276

Unter dieser DIN-Norm erfolgt der Nachweis der vereinbarten Leistungen der Anlage im Zeitraum der Übergabe der Anlage an den Betreiber (Stoffumsatz, Energieumsatz, Qualität, Garantiedaten…)

Die wichtigsten Informationen zum neuen DIN-Entwurf (DIN276:2017-07 bzw. E DIN 276) finden Sie im Folgenden zusammengestellt:

  • Die DIN 276-1 (Hochbau, 2008) und die DIN 276-4 (Ingenieurbau, 2009) werden zu einer Norm zusammengefasst
  • Eine neue Stufe der Kostenermittlung wird der Kostenvoranschlag sein
  • In der ersten Ebene wird die Kostengliederung um die Kostengruppe 800 „Finanzierung“ (bisher KG 760) auf acht Kostengruppen erweitert
  • Grobelemente in der zweiten Gliederungsebene in KG 800
    • 810 Finanzierungsnebenkosten
    • 820 Fremdkapitalzinsen
    • 830 Eigenkapitalzinsen
    • 890 Sonstige Finanzierungskosten
  • Grundsätzlich werden Grob- und Feinelementen der KG umbenannt, geändert oder erweitert
  • Die KG 300 und 400 werden überarbeitet, so dass nun eine einheitliche Kostengliederung für Hochbau und Infrastruktur vorliegt.
  • Die Kostengliederung wird zum Zwecke einer einheitlichen und sicheren Anwendung in vielen Anmerkungen erweitert bzw. präzisiert

Selbstverständlich hat SIDOUN Globe® bereits die passende Funktionalität.

Sobald die Freigabe der neuen DIN-Norm geschehen ist, werden Sie die nötigen Daten im Update erhalten.